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Von Jan Kluczniok, dpa
Kiel/Klagenfurt (dpa/tmn) - Auf das Verreisen wird nicht ganz verzichtet, aber während des Urlaubs wird gespart: So dürfte für viele Deutsche in Zeiten der Wirtschaftskrise die Strategie für die Ferien aussehen. Im Schnitt geben die Bundesbürger pro Person und Urlaubstag 67 Euro aus, hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Kiel errechnet - da wird sich doch der eine oder andere einsparen lassen, zum Beispiel bei Ausflügen und Souvenirs. Findige Urlauber können aber auch von Vergünstigungen am Ferienort profitieren und auf diese Weise ihre Urlaubskasse entlasten. Hier ein paar Beispiele:
TIPP 1: RABATTKARTEN
Rabattkarten sind aus dem Einzelhandel bekannt, aber auch im Urlaub lässt sich hiermit sparen. Viele Städte und Regionen bieten speziell auf Touristen zugeschnittene Karten, deren Besitzer freien oder ermäßigten Eintritt zu Sehenswürdigkeiten und Attraktionen erhalten. Vor kurzem haben zum Beispiel die Ostseeinsel Usedom und das Balkanland Serbien entsprechende Karten eingeführt. Manche gelten dabei - etwa in Berlin - auch als Ticket für Busse und Bahnen.
Ein Beispiel für einen Dauerbrenner ist die «Kärnten Card», die seit 1996 freien Eintritt zu rund 100 Ausflugszielen ermöglicht. «Mit der Karte kann der Gast so viele Ausflüge machen, wie er will, ohne dabei an die Nebenkosten denken zu müssen», erklärt Sonja Hartl von der Interessengemeinschaft Kärnten Card in Klagenfurt. Außerdem gebe es bei Partnerunternehmen Ermäßigungen bis zu 50 Prozent. Die Karte kostet für zwei Wochen 36 Euro für Erwachsene. Kinder zahlen 15 Euro.
TIPP 2: KOSTENLOSE KULTURVERANSTALTUNGEN
Musik, Tanz und Theater: Kulturerlebnisse gehören für viele zum Urlaub dazu. Der Eintritt muss nicht immer teuer sein. Ein Beispiel ist Mallorca. Auf der Baleareninsel gibt es laut dem Fremdenverkehrsverband in Palma viele kostenlose Events. «Manche sind Insidertipps, andere sind sehr bekannt und werden auch von Touristen besucht, etwa das Jazzfestival Sa Pobla im August», sagt Charlotte Miller vom Fremdenverkehrsverband. Die Veranstaltungen werden von öffentlichen Institutionen oder Finanzinstituten veranstaltet und bezahlt. «Sogar Mitglieder des Symphonieorchesters der Balearen spielen kostenlose Kammerkonzerte etwa im Museo Mallorca oder im Casal Solleric. Das ist dann wirklich höchstes Niveau», sagt Miller.
TIPP 3: FAHRRAD FAHREN
Mobilität spielt im Urlaub eine große Rolle - zumindest in vielen Großstädten in Europa lässt sie sich ohne Auto und U-Bahn-Tickets gestalten. Öffentliche Fahrradmietstation sind dort eine günstige Alternative - in Kopenhagen ist das Ausleihen sogar kostenlos. Die Räder können an 110 Stationen in der Innenstadt ähnlich wie ein Einkaufwagen mit einem 20-Kronen-Stück (etwa 2,70 Euro) als Pfand geliehen und später an einem beliebigen Parkplatz wieder abgestellt werden. Touristen müssen aber schnell sein. «Die Fahrräder sind sehr begehrt», sagt Reiner Büchtmann von VisitDenmark in Hamburg.
TIPP 4: DIE HANDYKOSTEN SENKEN
Die Verwandten über die Ankunft informieren oder hören, ob zu Hause alles in Ordnung ist: Viele Urlauber nutzen auch im Urlaub ihr Mobiltelefon. Das kann teuer werden. Zwar hat die Europäische Union festgelegt, dass Handytelefonate innerhalb der EU maximal 54 Cent pro Minute kosten dürfen, für Telefonate außerhalb Europas gibt es aber keine Obergrenze. Bei Urlaub außerhalb der EU lohne sich deshalb ein genauer Preisvergleich der Netzbetreiber, mit denen Roamingabkommen bestehen, empfiehlt Helga Zander-Hayat von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In einigen Ländern lasse sich durch die Netzwahl bis zur Hälfte der Telefonkosten einsparen.
TIPP 5: AUS DEM TOURISTISCHEN SYSTEM AUSBRECHEN
«Am Urlaubsort gibt es grundsätzlich zwei Systeme: Ein teures touristisches und das günstige einheimische System» - das ist die Erfahrung von Norbert Lüdtke von der Deutschen Zentrale für Globetrotter in Fischbach bei Saarbrücken. Preisunterschiede gebe es in nahezu allen Bereichen von der Verpflegung über Transport bis hin zur Unterkunft. In Asien stellten zum Beispiel Garküchen am Straßenrand eine Alternative zum Essen im Hotel dar. «Dort gibt es frisch zubereitete Gerichte aus dem Wok zu einem Spottpreis.»
«Ausbruchsmöglichkeiten» aus dem touristischen System gibt es laut Lüdtke viele: «Beobachten Sie die Einheimischen oder sprechen Sie die Leute an und fragen Sie nach Tipps.» Generell gelte: Nicht dort sein, wo die Massen hingehen, «abseits der Hauptstraße ist es günstiger.»

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