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Wenn ein Hund plötzlich Fieber bekommt und nichts mehr fressen will, steckt meist eine Kleinigkeit dahinter. Manchmal ist es aber auch eiene aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Zeckenart.
Wenn ein Hund plötzlich Fieber bekommt und nichts mehr fressen will, stecken häufig vergleichsweise harmlose Krankheiten dahinter. Doch in den vergangenen Jahren mussten Tierärzte bei solchen Symptomen immer öfter die gefährliche Krankheit Babesiose - auch Hundemalaria genannt - diagnostizieren. Das könnte auch 2008 wieder zutreffen. Deshalb ist vor allem von Frühjahr bis Herbst Vorsorge wichtig, aber auch zu anderen Jahreszeiten sind Infektionen nicht mehr auszuschließen.
Die Babesiose ist der Malaria, die sich Menschen zuziehen können, sehr ähnlich, erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) in Frankfurt. «Der Hund bekommt starke Fieberschübe, wirkt apathisch, muss sich immer wieder erbrechen und leidet an Durchfall und Nierenversagen.» Experten unterscheiden zwischen so genannten Akuterkrankungen und schleichenden Verläufen.
Im vergangenen Jahr befragte der Verband deutschlandweit rund 1300 Tierärzte, die insgesamt 834 Fälle von Hundemalaria meldeten. Übertragen werden die Krankheitserreger von der Auwaldzecke, die es früher nur im Mittelmeerraum gab. «Durch den Tourismus konnte sie vor einigen Jahren in unsere Gefilde einwandern», sagt Behr. «Da Hunde in südliche Urlaubsländer mitgenommen werden oder mitleiderregende Vierbeiner zum Beispiel aus spanischen Tierheimen nach Deutschland gebracht wurden, gelangte die Zecke hierher.» Untersuchungen ergaben, dass sie sich zuerst rund um München einnistete und von dort in alle Bundesländer gelangte.
Die Auwaldzecke unterscheidet sich in Größe und Farbe deutlich von ihren Artgenossen. Ist sie im nüchternen Zustand etwa 5 Millimeter groß, kann sie vollgesogen mit Blut bis zu 16 Millimeter erreichen. Den vorderen Teil ihres Rückens bedeckt ein weißes Schild mit dunklen Flecken. Zu ihrem bevorzugten Lebensraum gehören feuchte Gebiete wie Auwälder oder Moore, aber auch Wiesen und Sträucher.
Durch einen Biss kann die Zecke die Erreger übertragen. Die sogenannten Babesien zerstören die roten Blutkörperchen des Hundes. Nach einer Infektion dauert es zwischen zehn Tagen und drei Wochen, bis die Krankheit ausbricht. «Für den Menschen ist der Erreger nicht gefährlich. Wird der Hund aber nicht behandelt, kommt es unweigerlich zum Tod», warnt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn.
«Doch auch jeder zehnte behandelte Hund stirbt.»
Von Manja Greß, dpa

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